Grüppenbühren

Die Kulturlandschaft Grüppenbühren zeichnet sich durch eine nicht gradlinig verlaufende Hecken- und Wallheckenstruktur aus, die die einzelnen Flächen einer Hufensiedlung an der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Grüppenbührener Landstraße abgrenzen. Die zu den Höfen gehörenden Ackerflächen erstrecken sich auf einem Esch auf der gegenüberliegenden Straßenseite bis zum Mittelhoop. Der Esch selbst weist heute mit Ausnahme einer neuzeitlichen Heckenstruktur keine weiteren Landschaftselemente mehr auf.

Die Hecken- und Wallheckenstruktur wird erstmals bereits in der 1790 erstellten oldenburgischen Vogteikarte dargestellt. Bereits aus dieser Karte ist der bis heute unveränderte, durch die Hecken- und Wallheckenstrukturen geprägte Grenzverlauf zwischen den Grundstücken zu entnehmen. Diese Grenzen unterscheiden sich von den im 19. Jahrhundert im Rahmen der Markenteilungen gradlinig vermessenen Grenzverläufen und den in diesem Zusammenhang anschließend erstellten Wallhecken. Aus diesem Grund wird vermutet, dass es sich bei den in Grüppenbühren zu erkennenden Grenzverläufen um sogenannte Urgrenzen handelt, die bereits lange vor der in im 19. Jahrhundert durchgeführten Markenteilung entstanden sind.

Der unregelmäßige Verlauf der Grenzen legt nahe, dass sie sich an den bei ihrer Entstehung vorgefundenen landschaftlichen Strukturen orientieren. Der westlich angrenzende Hasbruch wird im frühen Mittelalter ein wesentlich größeres Gebiet eingenommen haben, als seine heutigen Grenzen vermuten lassen. Zwischen dem Hasbruch und den Höfen an der heutigen Grüppenbührener Landstraße liegt das Quellgebiet der nach Norden abfließenden Ellernbäke., Wie auch der Hasbruch selbst, waren diese Flächen ursprünglich gegenüber den heutigen Verhältnissen wesentlich nasser.

Die straßenabgewandten Grundstücksflächen und ihre noch erkennbaren, unregelmäßigen Grenzverläufe legen nahe, dass sie sukzessive in den mittelalterlichen Wald hinein erschlossen wurden und die Grenzen sich entlang vorgefundener Strukturen entwickelt haben. Die entlang der Straße aufgereihten Höfe lassen eine frühe planmäßige Errichtung vermuten und weisen gemeinsam mit den Grundstücken auf eine Hufensiedlung hin, die der Erschließung vormals ungenutzter Waldflächen diente.

Knickhecke

Als Hufensiedlung unterscheidet sich das Dorf Grüppenbühren von den in der Regel als Streu- oder Haufensiedlungen angelegten Dörfern der Wildeshauser Geest und erinnert eher an die im 12. Jahrhundert in den damaligen Niederungsbereichen um Bremen entstandenen Hollersiedlungen. Die Höfe in Grüppenbühren waren ehemals überwiegend Vollbauen. In den historischen Quellen werden diese Höfe unter dem Namen „Grüppenbühren“ zusammengefasst, während weitere in der näheren Umgebung liegende Einzelhöfe eigene Bezeichnungen haben. Urkundlich wird der Name Grüppenbühren erstmalig um 1230 erwähnt.

Bis in das Mittelalter gab es auf der Geest noch größere zusammenhängende Waldgebiete, die nach und nach erschlossen wurden. So wird davon ausgegangen, dass auch der Hasbruch gemeinsam mit dem Mittelhoop und dem Stenumer Holz ehemals einen größeren zusammenhängenden Wald gebildet hat. Der Hasbruch wurde ursprünglich als Teil der Gemeinheit als offene Hutelandschaft ohne eine klare Abgrenzung genutzt. Ortsbezeichnungen am Rande des Hasbruch, wie Poppelheck, schwarzes oder Rotes Heck zeugen noch von dieser Zeit, in der die bewirtschafteten Ackerflächen mit Wallhecken und sogenannten Hecks als Durchlass gegen das in der Gemeinheit weidende Vieh geschützt werden mussten. Erst seit dem der Rand des Hasbruch durch einen Wall begrenzt und die letzten Weiderechte abgelöst wurden, entstand die noch heute geltende klare Grenze zwischen Wald und Umland.

Etwas weiter südlich findet sich zwischen dem Hasbruch und der Grüppenbührener Landstraße die Ortsbezeichnung Westerloge. Auch hier weißt der Name auf eine nach Westen orientierte Erschließung in ein vorher ungenutzten Bereich hin.

Grüppenbühren ist mit seinen vorhandenen Ausprägungen mittelalterlicher Strukturen eines Eschdorfes für die örtliche und regionale Geschichte von herausragender Bedeutung. Ob diese historische Kulturlandschaft von auch landesweite Bedeutung hat, bedarf noch einer weiteren Beurteilung und Abwägung gegenüber weiterer Siedlungen auf Landesebene.

Exkursion durch die Hufensiedlung Grüppenbühren

Flyer „Auf Spurensuche in Grüppenbühren“ zum Download

In einem Rollup sind die bisherigen Erkenntnisse über die Hufensiedlung Grüppenbühren zusammengefasst.

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